Polarisation der Aufmerksamkeit Montessori
Das Phänomen der Polarisation der Aufmerksamkeit wurde 1907 von Maria Montessori, einer italienischen Ärztin und Pädagogin, entdeckt.
Polarisation der Aufmerksamkeit beschreibt den Zustand der tiefen Konzentration, in den ein Kind beim Spielen mit einem didaktischen Material geraten kann. Durch die freiwillige Konzentration und dem ständigen Wiederholen einer Übung ist der Lernprozess besonders intensiv.
Der gesamte Lernprozess der Polarisation der Aufmerksamkeit lässt sich in drei Stufen einteilen. Während der ersten Stufe wählt das Kind das Material aus. Es ist möglich, dass sich das Kind mehrfach anders entscheidet, es darf jedoch nicht gezwungen werden, sich mit einem bestimmten Spiel zu befassen. Hat das Kind sein Material gefunden, tritt es in die zweite Phase ein. In dieser Phase konzentriert es sich stark auf das gewählte Spiel und ist nicht durch Umwelteinflüsse abzulenken. Häufig beschränkt sich das Kind in dieser Phase auf eine einzige Übung, die dann wiederholt ausgeführt wird. Der dritte Schritt kommt, wenn das Kind freiwillig beschlossen hat, das Spielen mit dem Material abzubrechen. Oftmals konnte dann beobachtet werden, dass das Kind sehr zufrieden und ausgeruht wirkte. Trotzdem ist es wichtig, dem Kind auch nach der Konzentrationsphase Ruhe zu geben, damit das Gelernte verarbeitet werden kann.
Es ist wichtig, Kindern den Raum für die Konzentration der Aufmerksamkeit auf eine Sache zu geben, da sich so ihr Charakter formt und ihre Persönlichkeit ausgebildet wird.
