Montessori - Eine Pädagogik mit Struktur
Die Pädagogik von Maria Montessori zeichnet sich in vielerlei Hinsicht aus und distanziert sich so eben auch von den gängigsten Pädagogikformen. In erster Linie sind es die Grundsätze, die die Montessoripädagogik zu etwas ganz Besonderem machen. Zudem handelt es sich aber auch um eine Form, die in vielerlei Hinsicht wesentlich strukturierter und nicht zuletzt eben auch geordneter erscheint.
Maria Montessori erkannte während ihrer Arbeit mit Kindern, dass sich nicht mehr nur die Bildungsinhalte, sondern auch die Anforderungen an die Kinder, in Bezug auf deren Alter unterscheiden müssen. Auf Grund dessen gliederte sie nicht mehr nur die einzelnen Inhalte, sondern auch die Materialien, wie z.B. die numerischen Stangen, für die Bildung.
So schuf Montessori eine Pädagogik, wie sie strukturierter kaum sein könnte. Die Grundzüge der Montessoripädagogik konzentrieren sich demnach auf die Phasen eines Kindes. Hierbei wurden die Punkte der Entwicklung in drei Phasen konkretisiert und strukturiert. Unterschieden werden kann zwischen dem ersten Kindheitsstadium (von 0 bis sechs Jahren), dem zweiten Kindheitsstadium und dem Jugendalter. All diese Entwicklungsabschnitte bringen ihre Tücken und Besonderheiten mit und so handelt es sich hierbei um die verschiedensten Verhaltensformen eines Kindes.
Um ein optimales Bildungsergebnis zu erreichen werden sowohl die erste als auch die letzte Phase in weitere untergliedert. In Bezug auf die Erfahrungen die Marie Montessori machte, handelt es sich vor allem bei dem ersten Kindheitsstadium um eine der wohl bedeutendsten Entwicklungsabschnitte. All die erlebten Dinge und erlernten Fähigkeiten, sowie die Fortschritte des einzelnen Kindes, prägen die kommenden Jahre. Nicht zuletzt deswegen handelt es sich hierbei um das Fundament für die Zukunft eines Menschen.
Montessori in Indien
In den letzten Jahrzehnten haben sich die Lehren von Maria Montessori von einer Form der Pädagogik mehr und mehr zu einer Philosophie entwickelt. In den Siebziger Jahren führte die Schwester von Dalai Lama – Jestun Pema – die Montessoripädagogik erneut ein.
Gemeinsam mit anderen gelang es ihr in dem indischen Dharamsala den ersten Grundstein zu legen und somit auch in Indien die Zeit des Einbruchs einzuleiten. Sie wollten einiges verändern, nicht zuletzt wahrscheinlich auch Welten bewegen und so macht es den Anschein als handelte es sich bei einer Montessorischule in Indien um ein Fundament für eine hoffnungsvolle Zukunft. Jahr für Jahr kommen zwischen 700 und 1500 Kinder aus dem Nachbarland Tibet nach Indien. Es sind Kinder, die zum einen verwaist und zum anderen verarmt sind und so bildet sich schnell das Bild, dass eine Zukunft für sie nicht vorhanden ist. Jetsun Pema suchte gemeinsam mit anderen Erwachsenen nach einer Form der Pädagogik, die für diese Kinder eine Perspektive und vor allem einen Lichtblick schaffen konnte.
Nach langem Überlegen fiel so die Entscheidung auf die Pädagogik von Maria Montessori. Richtungweisend war hierbei vor allem die individuelle Aufmerksamkeit für jedes Kind und so schien es sich hierbei um die einzige Möglichkeit zu handeln, die Kinder aus einem Sog der Trauer und der Hilflosigkeit zu befreien. Gemeinsam mit der Schwester des Dalai Lama und all den anderen aufopferungsvollen Helfern erlernten die Jungen und Mädchen das Rechnen und Schreiben und je nach Fertigkeiten wurden sie gefordert und nicht zuletzt auch gefördert. In erster Linie war es jedoch die Aufmerksamkeit, die ihnen ihren Lebensmut und ein Lächeln zurückbrachte.
